"Die kluge Programmgestaltung setzte mit Wolfgang Amadé Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" ein äußerst populäres Werk als Ausgangspunkt. Dem Quartett gelang es, der hüben und drüben, rauf und runter gespielten Serenade eine ungewohnte Frische zu entlocken: dynamisch und pointiert strichen sie sich vom Allegro bis zum Rondo.
Aufdie Wiener Klassik folgte der Sprung zu György Ligeti ins 20. Jahrhundert. "Métamorphoses Nocturnes" heißt dessen Streichquartett. Und so begann es: Hitzige Gefechte zwischen den Instrumenten über einem unheimlich anmutenden Klangteppich steigerten sich in musikalische Psychopathie. Eindrücklich, wie es das Quartett verstand, sowohl die Intonation in Clustern wie die komplexe Rhythmik im Griff zu behalten. Bisweilen mussten die Instrumente perkussiv herhalten - das machte das Wahnsinnsspiel noch lebendiger.
Der verwandelte Zuhörer war nun bereit für den Schweizer Othmar Schoeck, für dessen "Notturno op. 47". Den Solobariton im seelenschmetternden Stück übernahm Marcus Niedermeyr. (...) Er passte perfekt ins charismatische Ensemble. Alle spielten sie zusammen und doch fand jeder seine Einsamkeit."
"Das Streichquartett musiziert bis auf die Cellistin im Stehen. Seele und Emotion werden so noch stärker in Bewegung und Klang umgesetzt und die ungeheure Präsenz der Musiker, die wechselnden Beziehungen zwischen ihnen wie zwischen Bögen und Saiten schlagen das Publikum in den Bann.
Von solcher Fülle musikalischer Einfälle, mit überschäumendem Temperament gespielt, wird der Zuhörer gepackt. Begeisterter Applaus, Bravo!-Rufe."
„Das Quartett (...) faszinierte vor allem mit perfekter instrumenteller Übereinstimmung und intensivem Vortrag auf hohem Niveau.
Der Höhepunkt des Abends war sicherlich der Vortrag des sehr atmosphärischen, klanglich vielfältigen Stückes „Métamorphoses nocturnes“ von Ligeti (...). Welche Töne mit einem Bogen in den unterschiedlichsten Techniken den Instrumenten zu entlocken möglich sind, wurde spätestens mit diesem modernen Stück deutlich. Das Quartett brillierte dabei nicht nur mit allzeit souveränem Vortrag auch der schwierigsten Passagen, sondern vor allem auch mit seiner sehr feinsinnigen Interpretation des Werkes.“
„Wie in einem farbig schillernden Kaleidoskop wurde mit enormer Ausdrucksintensität eine breite Palette von klanglichen Farben, spieltechnischen Effekten und Stimmungen entfaltet, die ein wahres Wechselbad der Gefühle ergaben.
Statische Klangflächen, flirrende Triller und Tremoloketten, elegische Melodien, verfremdete Harmonik und meditative Ruhepunkte wurden von schroffen Akzenten und eruptiven Ausbrüchen abgelöst, die das Prisma Quartett in einer fesselnden Interpretation realisierte.
“Das (…) deutsche (...) Quartett “Prisma” stellte sich mit György Ligetis “Métamorphoses nocturnes” (1954) den wilden Notenanforderungen. Zusammenhalt, Solokunst, Klangsubtilität – alles faszinierend (…). Wo Ausdruck spielbar wird, gelang er mit überzeugenden Klangminiaturen: Im Lamento der Violine und des Cellos im langsamen Teil, in makaber bleichen Klangfarben des kalten Walzers.